Praxis für Hypnose- und Psychotherapie | Claus-Peter Hoffmann

Einsamkeits

Krank durch zu wenig Liebe? Eines der größten Probleme der heutigen Zeit ist die zunehmende Einsamkeit der Menschen; trotz aller modernen Kommunikationsmöglichkeiten, wie Handy, Internet, etc, gelingt es, immer weniger Menschen, eine glückliche Beziehung zu anderen Menschen auf zu bauen. Die seelischen und körperlichen Folgen dieser Einsamkeit sind extrem folgenschwer:
Glückliche Menschen leben oft länger, denn Gefühle haben großen Einfluss auf unsere Gesundheit.

Forscher der Yale-University in den USA haben eine neue Risikogruppe für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausgemacht: Personen, die sich nicht geliebt fühlen oder Probleme damit haben, Liebe zu geben, scheinen - auch wenn sie sonst keine Risikofaktoren aufweisen - weitaus anfälliger für Herzkrankheiten zu sein. Im Gegensatz dazu wiesen solche Testpersonen, die angegeben hatten, dass sie sich geliebt fühlen und Liebe auch erwidern können, in der anschließenden Herzkatheteruntersuchung die wenigsten oder gar keine Verengungen der Herz-Kranz-Gefäße auf.

Die neue Studie untermauert die Ergebnisse zahlreicher Forschungsarbeiten aus aller Welt, die sich mit diesem psychosomatischen Phänomen auseinandergesetzt haben. Diese bestätigen den großen Einfluss psychischer Faktoren auf die Funktion des menschlichen Körpers und vor allem auf die Entstehung von Krankheiten. Neben der koronaren Herzkrankheit sind derartige Einflüsse vor allem für Krankheitsbilder wie Asthma, Neurodermitis, Neurosen, Essstörungen bis hin zu gynäkologischen Beschwerden bekannt. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Immunsystem, welches durch Faktoren wie Stress, Schicksalsschläge oder einem Mangel an sozialen Kontakten geschwächt wird. So wurde bei Personen, die lange einsam waren, eine Einschränkung des Immunsystems und später häufig auch eine Herzschwäche festgestellt.

Eine Studie an 774 Männern etwa kam zu dem Ergebnis, dass eine feindselige oder ablehnende Haltung gegenüber Mitmenschen mit dem höchsten Herzinfarktrisiko einherging. In einer anderen Studie wurden 276 gesunde Frauen und Männer mit Schnupfenviren infiziert, um den Einfluss der sozialen Einbindung auf die Qualität des Immunsystems zu untersuchen. Personen mit sehr wenig sozialen Kontakten (Partnerschaft, Familie, Freunde) bekamen dabei viermal häufiger Schnupfen, als solche mit sechs oder mehr engen Beziehungen.

Seelische Faktoren beeinflussen nicht nur die Entstehung, sondern auch den Verlauf von bereits bestehenden Erkrankungen. Schon länger sind sich Fachleute einig, dass schwer erkrankte Patienten von einem aktiven Umgang mit ihrer Erkrankung, von der bewussten Bewältigung von Ängsten und von einer intensiven Unterstützung aus dem persönlichen Umfeld profitieren. Der positive Einfluss von Gefühlen, wie Verständnis und Geborgenheit auf schwere Erkrankungen wurde beispielsweise bei einer Gruppe von Brustkrebspatientinnen eindrucksvoll nachgewiesen, bei denen der Krankheitsverlauf über mehrere Jahre hinweg verfolgt wurde. Die eine Gruppe nahm dabei regelmäßig an Treffen teil, bei denen sie Ängste diskutieren konnten und versuchten, Probleme gemeinsam zu bewältigen. Nach fünf Jahren waren alle Patientinnen dieser Gruppe noch am Leben. Von den übrigen Patientinnen jedoch, die auf diese Form der Therapie verzichtet hatten, waren die meisten verstorben.

Auch Schwangere profitieren von Liebe und Unterstützung durch Partner und Angehörige. Fehlte diese, hatten die werdenden Mütter mit dreimal mehr Geburtskomplikationen zu kämpfen, wie eine Auswertung von 144 Studien durch die New Yorker Columbia-University ergab.

Eine kanadische Untersuchung beschäftigte sich mit dem Effekt des Kusses auf den menschlichen Organismus, denn bei jedem Kuss wird ein regelrechtes Feuerwerk körpereigener Botenstoffe freigesetzt. Die Kanadier stellten nun fest, dass jede dieser Zärtlichkeiten die Entstehung von Glukokortikoiden bremst, die zu den körpereigenen Stresshormonen zählen.

Eine vor 20 Jahren begonnene finnische Langzeitstudie, bei der 11.000 Männer befragt worden waren, belegt eindrücklich, dass zufriedene Menschen länger leben: Es starben dreimal mehr unzufriedene Teilnehmer an einer Krankheit, als zufriedene. Darüber hinaus brachte die Studie einen deutlichen Unterschied zwischen den Geschlechtern zu Tage, denn die 11.000 parallel beobachteten Frauen wurden deutlich seltener krank als die männlichen Teilnehmer. Offensichtlich können Frauen mit seelischem Stress besser umgehen, auch suchen sie häufiger Hilfe und Rat bei Familie und Freunden, was den Umgang mit Problemen und ihren Einfluss auf die Gesundheit offensichtlich positiv beeinflusst.

Die Leiterin der Studie, Dr. Heli Koivumaa-Honkanen, fasste die Ergebnisse der Studie in deutlichen Worten zusammen: "Emotionale Zufriedenheit ist für die Gesundheit auf lange Sicht mindestens ebenso wichtig wie eine gute körperliche Verfassung oder der Verzicht auf Drogen wie Nikotin und Alkohol.

Ein wichtiges Anliegen meiner Therapie ist es, Menschen zu helfen, wieder Nähe und Geborgenheit mit anderen Menschen zu finden. Wir alle brauchen Nähe und Liebe, Geborgenheit, Freundschaft, etc., um erfüllt zu sein. Ohne sie kann keiner von uns glücklich und gesund sein. In der heutigen Zeit, ist der Mangel an Liebe und Nähe eine der Ursachen, für viele psyische und körperlichen Erkrankungen.

Nähe, Geborgenkeit, sich Aufgehobenen und Verbunden zu fühlen mit anderen Menschen, sind lebensnotwendige Bedingungen des menschlichen Daseins. Jede Psychotherapie und Medizin ist zum Scheitern verurteilt, wenn es ihr nicht gelingt, diese Bedürfnisse zu erfüllen.

Ein wichtiger Bestandteil meiner Therapie ist es für alle Betroffenen Wege zu entwickeln, diese Bedürfnisse endlich wieder leben zu können.