Praxis für Hypnose- und Psychotherapie | Claus-Peter Hoffmann

Kognitive Verhaltenstherapie | Teil 2

 

Reizkonfrontationsverfahren| nach oben

Das Reizkonfrontationsverfahren existiert als ein feststehender Therapieplan sicherlich nicht. Es handelt sich auch hier um einen Sammelbegriff für Therapieformen, bei denen die ,,Aufhebung von Vermeidungsverhalten mit Abbau der negativen kognitiv-emotionalen Reaktionen auf bestimmte Situationen, Objekte, Problemfelder oder Personen" angestrebt wird. Inhaltlich kann man die Reizkonfrontation als eine Weiterentwicklung der von Joseph Wolpe in den 50er Jahren entwickelten Systematischen Desensibilisierung (im Folgenden mit SD abgekürzt) betrachten. Die SD ist dabei in ihrer klassischen Form durch 3 Elemente charakterisiert:


Die SD basiert wie oben erwähnt auf dem Prinzip der Gegenkonditionierung. Im Prinzip soll damit das Auftreten der aversiven Reaktion (Angst, aber auch Panik, Verlangen nach Suchtmitteln, etc.) unterbunden werden. Demgegenüber handelt es sich bei der Reizkonfrontation um ein Reaktions-Management-Training: Geübt werden soll der Umgang mit der Angst. Es zeigen sich folgende charakteristische Merkmale:


 

Therapieziele und Wirkmechanismen | nach oben

Als Ziele einer Verhaltenstherapie können angesehen werden:


Die Reizkonfrontation soll außerdem die Handlungsfähigkeit und die Selbstanalyse in der angstauslösenden Situation verbessern. Hierbei geht man davon aus, dass durch die Erfahrung, die Situation entgegen der eigenen Erwartung doch gemeistert zu haben, die Bewertung der eigenen Kompetenzen und die Wahrnehmung der realen Bedrohung in der Situation realistischer wird. In diesem Zusammenhang hat auch das massieve Vorgehen einen besonderen Stellenwert. Im Gegensatz zur SD lernt der Patient mit dem Auftreten der Angst oder Panik umzugehen. Er ist somit für häufig auftretende Rückfälle besser gewappnet und hat bessere Aussichten, trotz Rückfälle langfristig störungsfrei zu werden.


Wie bereits erwähnt handelt es sich bei der Reizkonfrontation primär um ein Reaktions-Management-Training. Die Reizüberflutung führt zu einer Reaktionsüberflutung, d.h. durch das Unterbinden der Vermeidungsreaktion (insbesondere Flucht) wird die Angst vom Patienten maximal erlebt. In dieser Situation kann dann der Umgang mit der Angst unter Anleitung des Therapeuten geübt werden.